Neues vom Muttiblog

Neues vom Muttiblog

Ein fröhliches Hallo an alle!

An Eltern, solche, die es irgendwann noch werden wollen, werdende Eltern, Tanten, Onkel, Cousinen, Cousins, Omas und Opas und an alle, die wissen, dass es ein Leben nach der Entbindung gibt ;-P

Diese Blog-Sparte richtet sich an alle Kinder- und/oder Kinder-Stories-Interessierten, die von dem ganzen Getue der Medien, Hebammen, Kinderärzte und 150%igen Eltern die Nase voll haben. Dieser Blog richtet sich an alle, die Windelgeschichten von Gesäßpaste & Co meiden, eine Abneigung gegen Bi-Ba-Butzemann-Lieder entwickelt haben und bei geistigen Auswürfen wie „Teita-gehen“, „Mach-die-Mäh-ma-ei“, „Zieh-der-Schuh-an-sonst-macht-das-Pipi-aua“ und „Kevin-die Mutti-ist-jetzt-weg“ Ausschlag kriegen.

Die Seite wird bald voller NÜTZLICHER Tipps, Tricks, Empfehlungen für Bücher und CDs, Songtexten und Veranstaltungen sein – und für die Kids wird auch etwas dabei sein 😉

Da das eigenständige Leben und Menschsein abrupt mit der Geburt des ersten Sprösslings endet und man sich in einem Paralleluniversum voller Teletubbies, Babykatalogen, Anne-Geddes-Liebhabern und alter Menschen, die das Baby mal bekrabbeln wollen, wiederfindet, sollte man zumindest eine helfende Hand haben, die einen aus diesem „Gutschie“-Wahn (nein, ich meine keinen Hang zu albernen, überteuerten Modemarken) herausholt. Meistens hilft ein Schlag auf den Kopf *scherz*, eine bodenständige Patentante oder diese Seite 🙂 Und nur diese Seite: Seid gewarnt vor Mutti-Foren, in denen sich mental verdunkelte Waldorf-Mamas über die kannibalische Seite des Stillens unterhalten, ihre Ritalin-Dustins alle hochbegabt sind und Namen à la Chantalism.de getanzt werden. Es wird viel tot diskutiert. Als werdende Eltern macht man sich über so viel Unnötiges Gedanken und es scheint einem keiner aus dem Babyzubehörmarathon heraus zu helfen. Gute Freunde geben gute Tipps, noch bess’re Freunde sagen nix! So ist es: Man muss selbst herausfinden, was man braucht und was für das Kind nötig ist. Und man findet es heraus! Immer. So kann ein teurer Windeleimer zu einer Geldfalle werden, denn -Überraschung!- volle Windeln stinken immer, wenn man sie nicht jeden Tag an der langen Fingerspitze ins Land Weit Weit Weg schleudert. TÜV-Kinderarzt-Hebammen-Montessori-PISA-Martin Rütter-HIPP-und-Papst-geprüftes Spielzeug liegt unbeachtet in der Ecke, da die eigene Hand und Mamas Nase die besten Spielgefährten sind. Kurzum, hier eine Must-Have- und Should-Do-Liste für Katalog-und-Kommentar-Gepeinigte:

– Apotheken-Notfall-Liste, gleich neben der Telefonnummer der Omas    und Opas

– Hilfreich ist ein Stubenwagen, den man ans Elternbett schieben und hineingreifen kann, um das Baby bei einem kurzen Ich-habe-schlecht-geträumt-und-habe-Angst-allein-zu-sein-Schreier zu streicheln und Baby und sich selbst wieder zum Einschlafen zu bringen

– Windsalbe! Bei Verstopfung der Schoßesfrucht das einzig Wahre. Auch Sab simplex hilft auf Windisch. Tipp: Lasst euch alles vom Arzt verschreiben – Babies sind zuzahlungsbefreit und alles die Stillzeit etc. betreffend ebenfalls. Also die ersten Vitamin-D- und Fluor-Tabletten, die Fieberzäpfchen, Sab simplex, Jod-Tabletten für die fleischliche Milchbar uvm. sind via Rezept kostenfrei. Das sagt einem nur keiner vorher – noch eine Existenzberechtigung für unseren Blog.

– Ihr braucht einen Kinderwagen, der zu einem und den eigenen Aktivitäten passt!

– Seelenbalsam: Eine Liste mit Ereignissen, zu denen man gerne hin möchte – und diese dann auch wahrnehmen sollte! Vergesst euer Baby nicht! Babies wollen mitten mang dabei sein, sind an sich noch Menschenfreunde und wollen viel erleben. Euer Kind lässt es euch wissen, wenn es Zeit ist, zu Teddybär und Gute-Nacht-Geschichten zurückzukehren. Es wird aber niemals verstehen, warum Mama und Papa so sauer sind und sich so oft streiten, nur weil sie nichts mehr unternehmen außer Windelwechseln und Fläschchenmachen. Also Kopf und Hintern hoch: Ja, es ist Aufwand. Habt ihr aber euren inneren Schweinehund oder – wie der HÜWi-Kenner sagt – Schweineigel erst einmal überwunden, erwartet euch die Welt mit einem Lächeln und nicht mit einem Analdunst-umwehten Kackhaufen.

-Schließt eure Fenster und schaltet die Webcams aus: Singt, tanzt, lest Geschichten oder das Telefonbuch vor: Das kleine Energiebündel liebt es, wenn sich Mama und Papa zum Vollhorst machen und deren Stimmen. Denkt euch Lieder aus, spielt die Lieblingssongs oder lasst die Vögel Hochzeit machen: Baby liebt alles.

Unser Vorschlag: Blut, Blut, Räuber saufen Blut von Subway to Sally. Bitte nicht im Kreißsaal oder im Krankenhauszimmer singen, die Hebammen gucken immer so plötzlich 😉

– Geht viel spazieren! Der kleine Sabbergnom schläft friedlich und dankt es euch.

– Habt immer eine Kamera parat: Eltern finden per se alles niedlich, was ihr Baby macht (nun, fast alles!) und es beugt Sprüchen von möchte-gern-erfahrenen Eltern vor wie „Genießt die Zeit, sie geht so schnell vorbei.“ Antwort: „Ja, aber ich habe alles als Daumenkino für Zuhause.“

– Stillkissen sind toll: Ob Brust oder Flasche, mit einem Still- und Relaxkissen ist das Leben etwa schöner 🙂 Probeliegen empfohlen…

– Kauft Klamotten, die praktisch sind (und trocknergeeignet): Druckknopfleisten am besten überall, aber zumindest im Windelwechsel-Bereich und am Kopfausschnitt. Babies mögen Anziehen, Umziehen und überhaupt alles, was man über den Kopf zieht nicht. also muss alles schnell und wenig einengend geschehen. Ebenso soll der Austausch der Popo-umschmiegenden Pupsauffangbehälter zügig vonstattengehen, da er mehrfach am Tag und beliebter Weise auch in der Nacht unumgänglich ist! Auch wenn ihr andere Babysachen ästhetischer findet – ihr werdet sie allerhöchstens einmal verwenden…

Absolute Don’ts:

Ihr braucht keine Ratgeber – ich habe welche, sie sind völlig nutzlos. Neben viel geistigem Sondermüll sind diese Bücher voll mit verbalem Geschwafel. Too much Input, aber wenig hilfreich.

Soderle, genug für den ersten Blogeintrag. Ich hoffe, ihr hattet so viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben.

Solltet ihr Fragen haben, Einkaufs- und Eventlisten benötigen, mailt mir, schreibt mir altmodische Briefe, macht rauch- und klopfzeichen oder ruft einfach an – noch besser: kommt vorbei und schaut euch das Spektakel live an. Es wird viel geboten: Raubtierfütterung unter Lebensgefahr, da die spontane Selbstverdauung meist nach dem Aufwachen stante pede einsetzt, Schulung im Umgang mit gift- und Gefahrenstoffen (Windelaufdruck Biohazard erforderlich), Ausstellung eines Zertifikates über erfolgreiches Sich-zum-Affen-machen und nicht zuletzt die Kunst des Einhändig-Kinderwagenschiebens mit temporärer Beeinträchtigung durch Spontanaktionen des Mutantenpudels.

Ich verabschiede mich heute mit den völlig treffenden Worten von Reinhard Mey:

Was habe ich in all den Jahren ohne dich eigentlich gemacht,
als Tage noch tagelang waren, wie hab‘ ich sie nur rumgebracht?
Ohne Spielzeug zu reparieren, ohne den Schreck der Nerven zehrt,
ohne mit Dir auf allen Vieren durch’s Haus zu traben als dein Pferd?

Keine ruhige Minute ist seitdem mehr für mich drin.
Und das geht so, wie ich vermute, bis ich hundert Jahre bin.

Du machst dich heut‘ in meinem Leben so breit daß ich vergessen hab‘,
was hat es eigentlich gegeben, damals als es dich noch nicht gab ?
Damals glaubt‘ ich alles zu wissen, bis du mir die Gewißheit nahmst,
Nie glaubt‘ ich etwas zu vermissen, bis an den Tag, an dem du kamst.

Das Haus fing doch erst an zu leben seit dein Krakeelen es durchdringt,
seit Türen knall’n und Flure beben und jemand drin Laterne singt.
Früher hab ich alter Banause Möbel verrückt, verstellt, gedreht,
ein Haus wird doch erst ein Zuhause, wenn eine Wiege darin steht!

Tiefen und Höh’n hab‘ ich ermessen, Ängste und Glück war’n reich beschert,
das war ein leises Vorspiel dessen, was ich mit dir erleben werd‘ !
Denn du kommst und gibst allen Dingen eine ganz neue Dimension,
und was uns nun die Jahre bringen meß‘ ich an dir, kleine Person!  

Baba – wie der Österreicher zu sagen pflegt (oder dein Wonneproppen, wenn er zu brabbeln beginnt) –

eure einzig wahre HüWi

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